Warum bildet sich Grünbelag an der Fassade?
Algen, Flechten und Grünbelag sind keine Frage der Schmutzigkeit, sondern eine Frage der Feuchtigkeit. Sporen schweben permanent in der Luft und setzen sich überall ab. Ob daraus sichtbarer Bewuchs wird, hängt von den Bedingungen vor Ort ab.
Besonders betroffen sind:
- Nord- und Wetterseiten: wenig Sonne, lange Trockenzeiten gibt es kaum. Algen lieben das.
- Gut gedämmte Fassaden: moderne Wärmedämmung lässt die Oberfläche kühl bleiben. Tau bleibt länger sichtbar, Algen wachsen besser.
- Fassaden in Bewuchs- oder Waldnähe: viele Sporen, hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Verdunstung.
- Strukturierter Putz: bietet mehr Halt für Sporen als glatter Putz.
Wichtig zu wissen: Grünbelag ist nicht nur ein optisches Problem. Algen halten Feuchtigkeit fest, fördern Frostschäden im Putz und können langfristig zu Rissen und Putzabplatzungen führen. Wer Bewuchs sieht, sollte handeln, bevor die Bausubstanz leidet.
Methoden im Vergleich
Es gibt drei Wege, Algen und Grünbelag von der Fassade zu bekommen. Sie unterscheiden sich deutlich in Wirkung und Risiko:
Hochdruckreiniger
Verspricht schnelle Ergebnisse, schadet aber meist mehr als er nützt. Der harte Wasserstrahl reißt den Oberputz auf, drückt Feuchtigkeit in die Wand und kann bei Wärmedämmverbundsystemen die Dämmung beschädigen. Der Bewuchs kommt oft schneller zurück als zuvor, weil der angeraute Putz noch mehr Halt für neue Sporen bietet.
Hausmittel (Essig, Chlor, Soda)
Klingt umweltfreundlich, ist es aber nicht. Essig und Chlor greifen den Putz an, schaden Pflanzen im Garten und im Grundwasser, und ihre Wirkung hält oft nur wenige Wochen. Soda neutralisiert sich schnell und bringt kaum Tiefenwirkung. Für eine ernsthafte Fassadenreinigung sind Hausmittel ungeeignet.
Biologisch abbaubare Spezialreiniger ohne Hochdruck
Die einzige fachgerechte Methode. Ein Spezialreiniger nach OECD-Norm 301A wird drucklos auf die Fassade aufgetragen und löst Algen, Flechten und Grauschleier von innen. Der Bewuchs wird biologisch abgebaut, der nächste Regen spült die Reste ab. Material und Umwelt bleiben unbeschädigt, das Ergebnis hält deutlich länger.
So gehen die Profis vor
Eine professionelle Fassadenreinigung ist nicht laut, nicht staubig und kommt ohne Gerüst aus, wo immer es die Höhe zulässt. Der Ablauf in der Regel:
- Kostenlose Vor-Ort-Besichtigung: Material und Verschmutzungsgrad bestimmen, Fläche aufmessen, Festpreis kalkulieren.
- Kostenlose Testfläche: auf einer kleinen Stelle wird das Ergebnis demonstriert, Sie sehen das Resultat vor der Beauftragung.
- Pflanzenschutz und Abdeckungen: Beete, Terrassen und empfindliche Bereiche werden geschützt.
- Auftrag des Spezialreinigers: drucklos, mit Sprühanlage oder Niederdruck-Verfahren.
- Einwirkzeit: der Wirkstoff zersetzt den Bewuchs über Stunden bis Tage.
- Schonende Nachreinigung: wo nötig mit niedrigem, materialverträglichem Druck. Niemals Hochdruck.
- Optional: hydrophobe Imprägnierung für 10 bis 15 Jahre längeren Schutz.
- Abnahme: Sie prüfen das Ergebnis und zahlen erst nach Abnahme den vereinbarten Festpreis.
Neuem Bewuchs dauerhaft vorbeugen
Ohne Schutz bleibt eine Fassade nach der Reinigung typisch 4 bis 7 Jahre sichtbar sauber. Danach kehrt der Bewuchs zurück, weil die Bedingungen die gleichen sind. Eine hydrophobe Imprägnierung im Anschluss an die Reinigung verlängert den Zeitraum auf 10 bis 15 Jahre.
Wichtig: Wir reden von einer diffusionsoffenen Imprägnierung, nicht von einer filmbildenden Versiegelung. Der Unterschied ist entscheidend:
- Imprägnierung (richtig): Wasser perlt ab, Schmutz und Sporen finden keinen Halt. Die Wand bleibt atmungsaktiv, kann Feuchtigkeit nach außen abgeben. Genau das, was Sie wollen.
- Filmbildende Versiegelung (falsch): verschließt die Poren, sieht erst glänzend aus, sperrt aber Feuchtigkeit in der Wand ein. Folge: Schimmel, Putzabplatzungen. Für mineralische Fassaden tabu.
Eine fachgerechte Imprägnierung wirkt nach dem Lotos-Effekt: Wassertropfen perlen ab und nehmen Schmutzpartikel mit. Die Fassade reinigt sich bei jedem Regen ein Stück weit selbst.
Selber machen oder Profi beauftragen?
Bei kleinen, gut zugänglichen Flächen kann man es selbst versuchen. Spezialreiniger gibt es im Fachhandel. Allerdings stoßen Heimwerker schnell an Grenzen:
- Höhe: Ab dem ersten Obergeschoss wird es ohne Gerüst oder Hubarbeitsbühne gefährlich.
- Dosierung: zu wenig wirkt nicht, zu viel schadet dem Putz. Profis kennen die richtige Mischung für jedes Material.
- Wetter: der Reiniger sollte nicht in der prallen Sonne und nicht bei drohendem Regen aufgetragen werden.
- Imprägnierung: die Wahl des richtigen Mittels und der gleichmäßige Auftrag sind anspruchsvoll.
- Pflanzenschutz und Umwelt: auch biologisch abbaubare Reiniger müssen kontrolliert eingesetzt werden, damit der Abfluss nicht in den Garten geht.
Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassade liegen die Profikosten ab etwa 900 Euro für die Reinigung. Mit langlebiger Imprägnierung ab etwa 1.950 Euro. Im Vergleich zu den Kosten einer Putzsanierung nach Frostschaden ist das ein Bruchteil. Mehr Zahlen im Ratgeber Fassadenreinigung Kosten.